Die Geschichte des Miniature Australian Sheperd

Alles begann in den USA...


Auch wenn sich die Experten nicht hundertprozentig sicher über die exakte Entstehungsgeschichte der Australian Shepherds sind, ist doch klar, dass die Australian Shepherds keine australische Hunderasse sind, sondern aus Nordamerika stammen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden in großer Zahl Schafe aus Australien in die USA importiert.

Die Schafherden wurden von australischen Schäfern und ihren Hütehunden begleitet. Diese Hunde waren Nachfahren von Collies, die sich mit den wilden australischen Dingos gepaart hatten. Auf Grund ihrer Intelligenz und Schnelligkeit und weil sie furchtlose und eifrige Hütehunde waren, fielen diese Hunde den amerikanischen Farmern auf, die damit begannen sie mit ihren Hütehunden zu kreuzen. In den heutigen Australian Shepherds sind also auch die Rassen Deutscher Schäferhund, Border Collie, Bobtail und Berger de Brie vertreten. Man sagt, dass alle diese Rassen ihre besten Eigenschaften beigesteuert haben.

Vor allem durch die Westernreiter, die ihre Pferde aus den USA nach Deutschland holten, gelangten die Australian Shepherds auch nach Deutschland, wo sie schnell viele Freunde fanden. Sie fallen zunächst durch ihre außergewöhnlichen Farben auf.

Dabei gibt es sie in zwei (Grund-)Farben. Schwarz (Black) und Braun, bzw. rotbraun (Red). Einfarbige Tiere sind jedoch eher selten. Zweifarbige Tiere haben zu ihrer Grundfarbe noch weiße Abzeichen. Ihre Farbe wird als Red-Bi oder Black-Bi bezeichnet. Daneben kennt man die Farben Red-Tri bzw. Black-Tri. Das sind Tiere, deren Fell dreifarbig ist und neben der Grundfarbe und weißen Abzeichen auch noch kupferfarbene Abzeichen aufweist.

Das sogenannte Merle-Gen sorgt dafür, dass es zu jeder der genannten Farben eine Variation gibt, in der die Grundfarbe nicht flächendeckend vorkommt, sondern in vielen Farbschattierungen bis hin zu weiß über den Körper und das Gesicht verteilt ist. Hier unterscheidet man Blue-Merle (Grundfarbe Schwarz) und Red-Merle (Grundfarbe Rot).

Diese große Farbvielfalt macht jeden Aussie einzigartig im Aussehen. Als Besitzer eines Merle-Hundes versteht man auch sofort die Herkunft der Redewendung "bekannt, wie ein bunter Hund".

Die Augenfarben können ebenfalls sehr unterschiedlich sein. Da oft Hunde mit blauen Augen vorkommen, nannten die Indianer die Australian Shepherds auch "the ghosteyed ones" - Die Hunde mit den Geisteraugen, welche entsprechend verehrt wurden. Es sind die folgenden Farben möglich:

  • Brown
  • Amber
  • Blue

Vor allem ihr Charakter macht die Australian Shepherds zu sehr beeindruckenden Hunden. Sie sind sowohl liebenswerte Familienhunde als auch eifrige Arbeitshunde. Da sie über einen ausgeprägten Hüteinstinkt verfügen, eigenen sie sich sehr gut zum Hüten von Schafen Für den Besitzer eines Australian Shepherd bedeutet dies aber auch, dass er seinem Hund genug Beschäftigung und Herausforderung bietet. Typischerweise entwickeln Shepherds eine besonders intensive Beziehung zu ihrer Bezugsperson. Mit ihr möchten sie nach Möglichkeit ständig zusammen sein und alles tun, um anerkannt und gelobt zu werden. Fremden gegenüber sind sie oftmals etwas reserviert, aber in der Regel nie feindselig.

Da aber natürlich jeder Hund seine eigene Persönlichkeit mit individuellen Stärken hat, kann man hier nicht verallgemeinern. Generell werden Australian Shepherds in vielen Bereichen in der Freizeit aber auch im Sport oder als Arbeitshunde eingesetzt, wie zum Beispiel als:

  • Reitbegleithund
  • für Agility, Dogdancing, Flyball, etc.
  • als Hütehunde für Schafe oder Rinder
  • und auch als Suchhund

Während der gesamten Geschichte der Australian Shepherds findet man immer wieder kleine (unter 18"/45 cm) Hunde in Dokumenten und auf Fotografien. Die Großvieh haltenden bzw. züchtenden Farmer bevorzugten einen größeren Hund für ihr größeres Vieh. Einige Besitzer und Züchter wollten jedoch weiterhin den kleineren Australian Shepherd.

1968 wurden die „Kleinen Aussies“ von Doris Cordova in Norco im US-Bundesstaat Kalifornien wiederentdeckt. Doris Cordovas wohl berühmtester Hund Cordova’s Spike wurde an Bill und Sally Kennedy weitergegeben, um die Zuchtlinie weiterzuentwickeln. Zu dieser Zeit begann Chas Lasater des Valhalla Kennels ebenfalls, Miniature Australian Shepherds zu züchten. Cordova, Lasater und die Kennedys gründeten gemeinsam den ersten Club für die Rasse.

Seit den 1980ern können die Hunde beim National Stock Dog Register erfasst werden.

In den USA gab es zwei spezielle Register für Miniature Australian Shepherds:

  • The Miniature Australian Shepherd Club of America – MASCA
  • International Miniature American Shepherd Club – IMASC

Im Mai 2011 hat der AKC eine neue Rasse unter dem Namen Miniature American Shepherd im Hinblick auf eine zukünftige Anerkennung in seinen Foundation Stock Service aufgenommen. Der North American Miniature Australian Shepherd Club of the USA (NAMASCUSA) benannte sich im Rahmen der Aufnahme in Miniature American Shepherd Club of the USA (MASCUSA) um. Er wurde 2011 zum rassebetreuenden Verein (parent club) im AKC.

Der Miniature Australian Shepherd Club of America (MASCA) und einige weitere Vereine haben diese Entwicklung nicht unterstützt. Der Miniature Australian Shepherd Club of America unterstützt weiterhin den Minature Australian Shepherd als Variation des Australian Shepherd.


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